Alles psychosomatisch?

Wenn kein Therapeut eine Krankheit, Ursache, Therapie oder Behandlung für Ihre unerklärlichen Beschwerden oder chronischen Schmerzen finden kann.

Wenn ein Patient massive körperliche Symptome, Beschwerden oder Schmerzen hat, aber keine organische Ursache für die Beschwerden gefunden werden kann, kann es vorkommen, dass der Patient den ungewollten und gefürchteten Stempel aufgedrückt bekommt: „Alles nur psychisch! Alles nur eingebildet! Psychosomatische Erkrankung bzw. Störung! Sie benötigen psychotherapeutische Hilfe.“

Obwohl der Patient seine Beschwerden ganz eindeutig in seinem Körper spüren kann. Auf den Punkt genau. Er kann sie fühlen. Spüren. Zeigen. In Worte fassen.

Wenn der Therapeut keine Ursache für die Krankheit oder die Beschwerden finden kann

In manchen Fällen ist mit aller modernen Medizin und Diagnostik, allen modernen wissenschaftlichen Geräten und Verfahren, tatsächlich keine Krankheit oder organische Veränderung nachweisbar.

Mit der Diagnose „psychosomatische Erkrankung“ fühlt sich mancher Betroffene nach seinem Empfinden „in die Psychoecke abgeschoben“. Er begibt sich mangels Alternativen in psychologische oder psychosomatische Behandlung und stellt nach kurzer Zeit fest, dass ihm die psychosomatische Therapie nicht hilft.

Ein wichtiger Hinweis darf an dieser Stelle nicht fehlen: Selbstverständlich gibt es auch Fälle in denen eine kompetente Traumatherapie oder Psychotherapie das erste Mittel der Wahl ist und diese bei diesen Patienten auch hervorragend anschlägt. Oder zumindest eine notwendige Begleitung zu einer manuellen Therapie ist.

Warum die Diagnose „psychosomatisch“ den Patienten zur Verzweiflung treiben kann

In der aktuellen Zeit gibt es eine stetig zunehmende Anzahl an ratlosen und verzweifelten Patienten. Mit Krankheiten, Beschwerden, Schmerzen und anderen Symptomen für die kein Therapeut eine Ursache, eine Therapie oder eine Behandlung finden konnte. Die Problematik wird früher oder später als „psychische Ursache“ oder „psychosomatisch“ eingestuft. Die Anzahl der Menschen mit „psychosomatischen Erkrankungen“ oder „psychischen“ Krankheiten steigt.

Menschen mit „psychosomatischen“  Erkrankungen oder Störungen finden sich häufig in einem Teufelskreis wieder. Sie spüren die körperlichen Symptome. Sie spüren sie tatsächlich. Sie bilden sich diese nicht ein. Aber niemand glaubt ihnen. Sie werden als Simulanten abgetan. Und die Psychotherapie scheint auch nicht anzuschlagen. Der Patient verzweifelt, der Körper verspannt und verkrampft noch mehr vor Stress, Angst und Frust  und die ursprünglichen Probleme und Beschwerden verstärken sich im schlimmsten Fall, statt weniger zu werden. Aus ursprünglich einem Problem entstehen nun weitere Beschwerden und dadurch weiterer Stress.

Teilweise haben Patienten über Jahre und Monate zahlreiche Therapeuten aufgesucht und haben altbewährte und neuartige Therapiemethoden und Behandlungsansätze ausprobiert. Nachdem der Patient viele Untersuchungen hinter sich hat, erhält er die Mitteilung, dass es sich um eine psychosomatische Erkrankung handelt.

Psychotherapie oder Körpertherapie?

Natürlich gibt es psychisch verursachte Beschwerden und Schmerzen

Nicht verarbeitete Emotionen wie z.B. Ängste, Wut, Trauer, Traumata, Stress und sonstige psychische Ereignisse werden im Bindegewebe, den Faszien und Muskeln gespeichert und können über den Lauf der Zeit zu Beschwerden und Problemen führen.

In diesen Fällen muss sehr wohl die Aufarbeitung mittels Psychotherapie oder alternativer Traumatherapie erfolgen. Siehe hierzu meinen gesonderten Artikel.

Aber nicht alles hat eine psychische Ursache!

Tägliches stundenlanges Sitzen auf dem Bürostuhl, an einem so hohen oder zu niedrigen Schreibtisch, wochenlange Schonhaltung und Überlastung nach einem Knochenbruch, Telefonieren mit eingeklemmten Telefon am Ohr, ständiges Sitzen mit überschlagenen Beinen, Stehen auf dem „Standbein“, lange Autofahrten und viele andere Angewohnheiten und Erlebnisse, führen zu dauerhaft verspannten Muskeln, Faszien und Bindegewebe mit entsprechenden Einschränkungen und körperlichen Symptomen.

Es muss nach der Ursache der Beschwerde differenziert werden. Dies geschieht in der Anamnese. Zum Einen durch die körperliche Untersuchung. Sind Fehlstellungen vorhanden? Wie liegt, geht, sitzt, steht der Patient? Hatte der Patient Operationen oder Unfälle, Verletzungen, die zu Schonhaltungen geführt haben? Wo sind Bewegungseinschränkungen? Der Patient kann sehr oft exakt den Finger auf die Stelle legen wo die Müdigkeit ihm im Nacken sitzt, wo die Übelkeit unter den Rippen sitzt etc.

Folgt man diesen Hinweisen des Patienten können häufig exakt an diesen Stellen, die vom Patient gezeigt werden, verspanntes Bindegewebe und verspannte Muskeln zu finden sein, die häufig körpertherapeutisch behandelt werden können und somit nicht der Psychosomatik zuzuordnen sind.

Es gibt natürlich auch Patienten, bei denen Psychosomatik eine Rolle spielt alsauch eine körpertherapeutische Behandlung.

Wie Schmerzen und andere Beschwerden entstehen können

Je länger die Muskeln in Dauerkontraktion verharren, umso weniger nimmt das Gehirn diese Körperpartien (Muskeln, Bindegewebe, Faszien) wahr und verlernt in der Folge diese präzise anzusteuern und wieder bewusst zu entspannen. Auf diese Weise entstehen Dauerkontraktionen.

Verkrampfte Muskeln und Gewebe können schlechter durchblutet werden. Sie werden schlechter mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen und Mineralien versorgt. Haare können ausfallen, Hormondrüsen können übersteuern oder untersteuern, Falten und Hautunreinheiten können sich bilden, Muskeln können schmerzen, Knorpel können schneller abnutzen, das Immunsystem kann schwächer werden, Knochen können erweichen, das Herz muss mehr pumpen, die Verdauung kann sich verschlechtern.

Wie behandelt man „psychosomatische“ Schmerzen

In solchen Fällen, und hier kann ich Patienten mit dem Stempel „alles psychosomatisch“, aufgrund meiner Praxiserfahrung tatsächlich Mut und Hoffnung machen, kann es helfen die betreffenden Körperpartien und Gewebsschichten mit verschiedensten Techniken manuell zu behandeln und zu therapieren. Da die Patienten, die exakte Stelle Ihrer Schmerzen und Beschwerden häufig auf den Zentimeter genau lokalisieren und zeigen können, habe ich die Erfahrung machen dürfen, dass sich viele dieser „psychosomatischen Beschwerden“ sehr gut behandeln lassen. Häufig ausschliesslich mit manuellen Techniken, ohne den Einsatz von Psychotherapie oder begleitend zur Psychotherapie.

Was sind typische psychosomatische Beschwerden und Krankheitsbilder

Häufige Beschwerdebilder von Patienten die häufig den Stempel „psychosomatische Erkrankungen“ und somit „psychosomatische Behandlungen“ aufgedrückt bekommen sind z.B.:

  • Migräne & Spannungskopfschmerz
  • Häufiger Harndrang, Reizblase, Inkontinenz, schmerzhaftes Wasserlassen, erschwertes Wasserlassen
  • Chronische Schmerzen
  • Burnout, ausgebrannt fühlen, chronische Müdigkeit, ständige Erschöpfung
  • Klosgefühl im Hals
  • Fremdkörpergefühle
  • Kribbeln, Ameisenlaufen, Taubheitsgefühl
  • Unerfüllter Kinderwunsch
  • Unerklärliche Beschwerden
  • Übelkeit, Krämpfe, Durchfall, Verstopfung, Sodbrennen, Reizmagen und Reizdarm
  • Brust- und Bauchschmerzen
  • Schwindel und wiederkehrende Hörstürze
  • Unterleibsbeschwerden, Unterleibsschmerzen, Menstruationsbeschwerden
  • Druck, Stich, Beklemmung, Herzstolpern
  • Muskelschwäche, Schwächegefühle
  • Muskelziehen, Muskelstress
  • Ständige Blasenentzündungen
  • Infektanfälligkeit
  • Schreibkrampf
  • Chronische Entzündungen
  • Wiederkehrende Rückenschmerzen, Hexenschuss und Bandscheibenvorfälle
  • Bluthochdruck, Kurzatmigkeit und Luftnot
  • Depressionen, Angststörungen
  • Und viele mehr…

Häufig bleibt es nicht bei einem einzigen Symptom, Schmerz oder Beschwerdebild. Die Angst vor der „unbekannten Krankheit“, für die kein Therapeut eine Ursache, Therapie oder Behandlung finden kann, verursacht weitere Angst- und Streßsymptome.

Aus dieser Angst heraus können häufig weitere Beschwerden entstehen. Ein Sammelsurium an skurrilen Symptomen, Beschwerden und Schmerzen, die scheinbar keinerlei Sinn ergeben. Dabei möchten in den meisten Fällen Körper und Seele einfach nur sagen: „Stop – bitte nicht weiter so – ich brauche Pause oder Hilfe!“

Wenn die Schutzmechanismen von Körper & Seele überreagieren

Ein Mensch, der sich erschreckt empfindet Angst. Diese Angst empfindet er im Körpergewebe (z.B. die Angst sitzt im Nacken, der Schreck fährt in die Glieder). Bei einer Schrecksituation schüttet der Körper über die Nebennieren automatisch das Hormon „Adrenalin“ aus. Dieses steigert die Leistung von Herz und Atmung. Gleichzeitig drosselt Adrenalin jedoch das Verdauungssystem. Wenn dieses System im Übermaß (z.B. bei Angststörungen) arbeitet und übersensibel reagiert kann dies in der Folge zu Verdauungsbeschwerden und Gewichtsverlust führen.

Deshalb habe ich in meiner Praxis mehrere unterschiedliche Therapiemethoden zur Behandlung sowohl seelischer als auch körperlicher chronischer Beschwerden und Schmerzen zur Hand, manuelle Therapien für körperliche Ursachen und sanfte Therapien zur Behandlung seelischer Ursachen und Traumata.

Ich kann und darf Ihnen keine Heilung versprechen. Aber eines kann ich Ihnen versprechen: Ich werden Ihnen zuhören, ganz genau zuhören, und ich werden Ihnen glauben. Egal wie verrückt sich Ihre Beschwerden, Symptome oder Ihre Geschichte anhören.

Selbstverständlich ist es unerläßlich, dass Sie Ihre chronischen Beschwerden vorab von einem Arzt abklären und gegebenenfalls behandeln lassen, bevor ich Sie behandeln kann. Eine organische oder körperliche Ursache muss vor einer Therapie oder Behandlung in meiner Praxis grundsätzlich immer von einem Facharzt ausgeschlossen oder zumindest diagnostiziert und festgestellt werden.

Manche Beschwerden darf ich in Absprache mit Ihrem Arzt auch begleitend zu einer ärztlichen Therapie betreuen oder behandeln.

Bitte sprechen Sie mich einfach an – Ich bin gerne für Sie da!